Freitreppe in Teruel

Erlebnisse des Zaragoza-Austausches

Nachdem uns die Spanier bereits im März dieses Jahres besucht hatten, fand nun der deutsche Gegenbesuch statt. Für den 8. Mai stand eine lange Reise auf dem Programm. Wir flogen von Düsseldorf nach Madrid. Den Weg von Madrid nach Zaragoza legten wir mit dem Fernbus zurück, was länger als der Flug dauerte. Angekommen im Colegio Británico de Aragón trafen wir unsere Austauschpartner und fuhren erst einmal zu den Familien nach Hause.

Ausgeruht von der langen Reise trafen wir uns am nächsten Morgen wieder in der Schule, die in Spanien erst nach 9 Uhr anfängt. Die meisten Schüler fahren mit dem Schulbus zur Schule, da sie etwas außerhalb von Zaragoza liegt. Kurz danach brachte uns der nächste Bus in die Innenstadt von Zaragoza.

Sehenswerte Baudenkmäler

Amphitheater in der Altstadt von Zaragoza
Amphitheater in der Altstadt von Zaragoza

Die Geschichte der Stadt Zaragoza geht bis in die Antike zurück. Von den Römern wurde die am Ebro gelegene Stadt unter dem Namen Colonia Caesaraugusta gegründet, woraus sich später Zaragoza entwickelte. Heute zählt die Stadt rund 680.000 Einwohner und ist Hauptstadt der Provinz Zaragoza sowie der spanischen Comunidad Autónoma Aragón. Wir besichtigten ein römisches Amphitheater, das erst vor einigen Jahrzehnten wiederentdeckt und konserviert wurde und die Altstadt mit dem Wahrzeichen der Stadt, der Basílica del Pilar. Die römisch-katholische Kirche stammt aus dem Barock.

Anschließend wanderten wie zum Stadtpalast, der Aljafería. Der Komplex besteht aus vier Teilen unterschiedlicher Epochen. Der älteste Teil stammt aus der maurischen Zeit. Die neueren Teile wurden nach der Reconquista von 1118 unter christlichen Herrschern errichtet. Im neuesten Teil befindet sich heute das Regionalparlament von Aragón. Nach dem kulturellen Teil verbrachten wir den Rest des Nachmittags noch in der Innenstadt, wo wir essen, einkaufen oder die Sonne genießen konnten. Der Bus brachte uns schließlich wieder in die Schule, wo die Spanier auf uns warteten. Da nun Wochenende war, lag die Tagesplanung für Samstag und Sonntag in der Hand der Familien.

Am Wochenende konnte ich gut das spanische Leben, die Leute und die regionalen Spezialitäten kennenlernen. Die meisten aßen Paella, da das natürlich ein Muss ist, wenn man in Spanien ist.

Ausflug nach Teruel und Fuendetodos

Amphitheater in der Altstadt von Zaragoza
Geburtshaus von Goya in Fuendetodos

Am Montag stand das 175 Kilometer entfernte Teruel auf dem Programm. Die kleine Stadt ist sehr hoch gelegen und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. In der Stadt befindet sich das Museo de los Amantes, welches die Liebenden von Teruel Isabel de Segura und Juan Diego Martínez de Marcilla ausstellt. Teil der Museumsführung war auch das Vorführen der Liebesgeschichte. Da ich der único chico der Gruppe war, stand schnell fest, wer Diego spielen musste! Simge durfte Isabel spielen und wir hatten ziemlichen Spaß beim Inszenieren. Zum Museum gehört auch eine Kirche mit Kreuzgang, die wir im Anschluss vorgestellt bekamen. Vom Glockenturm konnten wir die Dächer von Teruel sehen. Bevor wir wieder nach Zaragoza fuhren, konnten wir uns noch einmal frei in der Stadt bewegen und alles erkunden. Wir aßen Tapas und setzten uns in den Stadtpark.

Für Dienstag war wieder ein Tagesausflug in die beiden Dörfer Fuendetodos und Muel geplant. In Fuendetodos befindet sich das Geburtshaus des spanischen Malers Goya, der im 18. und 19. Jahrhundert lebte. In Muel besuchten wir eine Keramikwerkstatt, in der wir selbst töpfern durften. Wir hatten viel Spaß beim Modellieren von Tassen, Vasen und sonstigen Gegenständen.

Schulalltag am Colegio Británico

Auf dem Schulhof des Colegio Británico
Auf dem Schulhof des Colegio Británico

Am Mittwoch sollten wir mit den Spaniern in die Schule gehen, um den Unterricht und das Schulleben kennenzulernen. Wir wurden durch die Gebäude der Schule geführt, deren Schülerschaft von 2-Jährigen bis zu Abiturienten reicht. Das Schulgebäude der Oberstufe ist erst zwei Jahre alt und sehr gut ausgestattet. Viele Spanier mussten heute eine Prüfung schreiben, doch diese dauerte nur eine Schulstunde. Auch dieser Tag war für uns ein besonderer, da Schule in Spanien völlig anders als bei uns abläuft. Nach der Schule war unsere Woche in Spanien auch fast schon vorüber und wir packten schon einmal unsere Koffer.

Am Donnerstag versammelten wir uns um kurz nach 8 Uhr am Bahnhof von Zaragoza und traten die zwölfstündige Heimreise an, die wieder reibungslos ablief.

Obwohl ich mit der Schule schon oft in England und einmal in Indien war, war die Woche in Spanien etwas ganz Neues, besonders sprachlich gesehen. Ich habe nicht nur viel von der spanischen Kultur gelernt, sondern auch viel Spanisch, da meine Gasteltern nur Spanisch sprechen können. So wurde ich gewissermaßen gezwungen zu sprechen. Aufgrund dieser Erfahrungen bin ich sehr froh, dass ich am Schüleraustausch teilgenommen habe.

Bericht: Alexander Langer
Fotos: Katharina Gottwald, Alexander Langer und Frau Hagemeyer