Vortrag in der Aula

Wenn ein T-Shirt etliche Tausend Liter Wasser verschlingt

Wie ahnungslos und verschwenderisch wir im Alltag oft leben, wurde allen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 6 bis Q1 am 5. Nachhaltigkeitstag eindrücklich vor Augen geführt: Täglich verbraucht jeder Mensch dieser Erde durchschnittlich 44kg an Ressourcen, z.B. Seltene Erden im Handy, Baumwolle im T-Shirt oder ein Stück Steak vom Rind. Europäer verbrauchen sogar noch deutlich mehr! In der Steinzeit lag dieser Wert nur bei 3 kg pro Tag.

Bis zu 15.000 Liter Waser für ein einziges T-Shirt

Allein die Produktion eines T-Shirts verschlingt etwa 4000 Liter Wasser, in manchen Fällen sogar bis zu 15.000 Liter Wasser! Dieses "virtuelle Wasser" ist uns oft nicht bewusst, aber die Baumwolle, aus der unser T-Shirt besteht, benötigt etwa 2.700 Liter Wasser und auch die Verarbeitung und der Transport sind nicht ohne Wasserverbrauch zu lösen.

Welche Konsequenzen das hat, machte Herr Laß von Multivision in dem Vortrag "REdUSE: Unser Umgang mit den Ressourcen dieser Erde" deutlich. Jede Sekunde wird ein fußballfeldgroßes Stück Regen- oder Urwald gerodet, um Platz für Baumwoll- oder Palmölanbau zu gewinnen oder die Bäume als Papierlieferant zu verwenden.

14 kg Toilettenpapier jährlich pro Person

Wusstest du, dass jeder Deutsche im Schnitt 14 kg Toilettenpapier jährlich nutzt? Immer noch werden hierfür viel zu viele Frischfasern verwendet, also Material aus Bäumen, die nur für die Toilettenpapierproduktion gefällt werden. Mit ihnen verlieren etliche Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum und müssen weiterziehen oder verenden kläglich. Ohne Pflanzen gibt es schließlich keine Nahrung mehr, und ohne Nahrung kein Leben.

Kinderarbeit im Kongo für das neue Handy

Nach den erschreckenden aber eindrucksvollen Bildern von heimatlosen Schimpansen ging der Film auch auf die Ressource der Seltenen Erden ein. Diese werden unter Tage beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo gewonnen – mit bloßen Händen, in großer Dunkelheit und hoher Hitze in engen Erdlöchern. Chance, ein 16-jähriger Minenarbeiter, hat bereits drei Jahre in einem solchen Höhlensystem geschuftet, um Koltan für Handys zu schürfen. Etliche Kinder arbeiten unter solch furchtbaren Zuständen, nur damit wir uns in Deutschland ein neues Handy kaufen können, weil das alte "uncool" geworden ist.

Hinzu kommen die Kinder, die in Kleidungsfabriken arbeiten. Offiziell darf es keine Kinderarbeit dort geben, aber schon 12-jährige Mädchen fangen als angeblich 18-jährige Erwachsene an dort zu arbeiten. Sie haben kaum Rechte und können sich mit dem Lohn – wenn überhaupt – gerade einmal ernähren. Hinzu kommt, dass dieser Lohn oft nicht korrekt gezahlt wird; eine Beschwerde führt jedoch zu Schlägen oder Kündigungen. So werden die Arbeiterinnen klein gehalten und schweigen lieber.

Aber was können wir tun? Es gibt drei gute Wege, um das Leid auf dieser Welt zu reduzieren:

  • Re-USE
  • Re-DUCE
  • Re-CYCLE

Re-USE

Verwendet eure Kleidung, eure Schuhe, eure Hefte etc. so lange wie möglich. Gebt eure alte Kleidung in Second-Hand-Läden oder Sozialkaufhäusern ab, so finden sie einen neuen Besitzer und werden nicht verschwendet.

Re-DUCE

Muss es wirklich nach ein paar Monaten schon wieder ein neues Handy sein oder könnt ihr nicht noch länger eure Smartphones verwenden? Mit jedem Produkt, das ihr verwendet, werden Ressourcen verschwendet. Also lieber mal etwas mehr Geld investieren und Sachen gut pflegen, damit sie länger halten, anstatt ein Teil der Wegwerf-Gesellschaft zu sein.

Re-CYCLE

Ihr habt noch alte Handys in einer Schublade rumfliegen? Dann schnell ab damit zum Recycling! In alten Handys stecken noch Aluminium, Seltene Erden, Metalle, die ohne viel Aufwand wieder verwendet werden können. Übrigens: Auch am Gymnasium Schwertstraße haben wir eine Handysammelaktion!

Der Film mit Vortrag war sehr eindrücklich. Da der Schulverein unserer Schule sowie die Stadtwerke Solingen die Veranstaltung finanziell unterstützt haben, war die Veranstaltung für unsere Schüler kostenlos! Wir sagen herzlichen Dank an die Sponsoren für die Unterstützung!

Und nun: Stoppt die Ressourcenverschwendung! Jeder Schritt hilft.

Artikel: Frau Barthel