Birkenau

Q2 Studienfahrt nach Krakau/Auschwitz

Zum ersten Mal veranstaltete die Fachschaft Geschichte in diesem Frühjahr, vom 31.03.2017 bis 02.04.2017, eine Fahrt nach Polen um den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Schwertstraße die Möglichkeit zu geben Geschichte hautnah zu erleben. Unter der Leitung von Frau Althof und Herrn Weber wurde nicht nur eine alte Synagoge inmitten des jüdischen Viertels in Krakau besucht, auch ein ganztägiger Aufenthalt im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz stand auf dem Programm. Der nachfolgende Bericht entstand im Anschluss an die Fahrt im Rahmen eines Interviews mit Teilnehmern der Fahrt.

Beklemmendes Gefühl

Die Schüler hatten sich im Voraus im Unterricht intensiv und unter anderem durch Filme und Tagebucheinträge mit Auschwitz befasst und konnten sich dadurch ein grobes Bild vom Lager machen. In welchem Ausmaß diese Bilder wirklich zutrafen und wie weitläufig das Gelände war wurde den Schülern erst vor Ort klar. „Innerhalb der Mauern des Lagers überkam mich ein sehr beklemmendes Gefühl, das ich selbst beim Verlassen des Kzs nicht wieder los wurde“, erzählt eine Schülerin, die die Exkursion miterlebt hatte.

Direkt nach dem Eingang hängt ein großes Schild mit der Aufschrift Arbeit macht frei - das Motto, das den Arbeitern eingetrichtert wurde. Schon dort zeigten sich verschiedenste Arten mit dem Thema umzugehen. Während einige Besucher anderer Länder munter Selfies und Gruppenfotos vor dem großen Schild machten hielten sich andere zurück; ein bedrückendes Gefühl machte sich breit und bestätigte sich später, erzählt ein Schüler. Selbst die muntersten und fröhlichsten, die das KZ betraten verließen es ohne ein Lachen im Gesicht. Beim Gang durch die Gebäude wurde klar, dass die Szenerie auf jeden den gleichen Effekt hatte, nur ließ sich der eine mehr davon beeinflussen als der andere. „Wir sind durch das KZ geführt worden wie bei jeder anderen Führung“, so die Schüler. Das ließ aber den Effekt nicht schwinden: „Jeder von uns, selbst die tapfersten Jungs hatten irgendwann auf der Führung ihre 5 Minuten, jeder hatte irgendwann die Grenze erreicht an der er das Gesehene erstmal verdauen musste, viele schafften es nicht ohne Tränen“.

Private Geschichten der Verstorbenen

Während der Führung wurden nicht nur einfach die Orte gezeigt, an denen so viele Menschen ihr Leben verloren, auch private Geschichten der Verstorbenen wurden erzählt. „Besonders die emotionale Weise, auf die die Geschichten erzählt wurden, ging unter die Haut und hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, erzählt eine Schülerin von der Exkursion. „Aber egal wie wir uns gefühlt haben, egal ob wir geweint haben oder einfach eine Auszeit von der Exkursion haben wollten, wir waren nicht allein. Es waren unsere Freunde und zwei Lehrer dabei, die uns getröstet haben; eine große Hilfe für viele“.

Bildergalerie

Exkursion nach Auschwitz/Krakau 2017

Als die Schülerinnen und Schüler das Konzentrationslager in Auschwitz wieder verließen waren alle beeindruckt. Die Bilder und Filmausschnitte hatten zwar fast alle Szenerien und Orte schon einmal gezeigt und die Teilnehmer gut vorbereitet, aber dass es so extrem sein würde, dass der Anblick von Babyschuhen und Bergen von Zöpfen einem die Luft zum Atmen nimmt, dass man wirklich an einem Ort stehen würde, an dem vor vielen Jahren jemand starb, hatte keiner der Schüler erwartet. "Das Ausmaß der Perversion dessen was die Nationalsozialisten in Auschwitz gemacht haben das hat mich einfach überwältigt" erzählte eine Schülerin von ihrer Erfahrung. Dennoch, das von den Schülern gezogene Fazit der Fahrt fiel positiv aus: „Die Exkursion war sehr hart, aber obwohl es so emotional war und obwohl alle von uns die Tage danach erst eimal runterkommen mussten, ich würde es wieder tun“.

Besuch in der alten Schindler Fabrik

Auch der Besuch in der alten Schindler Fabrik deren Verwaltungsgebäude heute zum Museum umgebaut ist hinterließ einen bleibenden Eindruck: insbesondere die schülerorientierte Gestaltung und das vermittelte Hintergrundwissen zum Krakauer Ghetto kamen sehr gut an.

Insgesamt war die durch den BAS großzügig unterstützte Exkursion eine wichtige Erfahrung für die Schüler, die man auf jeden Fall gemacht haben muss. Dass es in einer großen Gruppe mit Freunden und unterstützenden Lehrern war, empfanden die Schüler als sehr hilfreich. Die Exkursion war also eine gute Erfahrung; machte Geschichte greifbar; dennoch aber ist sie nichts für schwache Nerven!

Artikel: Lea Spittank, Roman Erkens