Aarti im Ganges

Indienaustausch 2017 – Erfahrungen fürs Leben

"Alles was man über Indien sagt ist richtig – aber das Gegenteil stimmt auch!" Mit diesem von ihm selbst geprägten Bonmot begrüßte uns der indisch-deutsche Schriftsteller und Synchronsprecher Rajvinder Singh in Neu-Delhi. Vor vielen Jahren rief er Austauschprogramme zwischen deutschen und indischen Schulen ins Leben und begleitet seit 2010 auch unseren Austausch.

Dieses Jahr fand sich eine Gruppe aus 10 Mädchen und 4 Jungen der Sekundarstufe II sowie zwei Lehrern am 12.10.2017 am Frankfurter Flughafen ein, um den Nachtflug in die 22 Millionen-Metropole Neu-Delhi anzutreten.

Spannende Reiseerfahrungen

Am ersten Tag unserer Rundreise ging es nach Agra im Bundesstaat Uttar Pradesh, um das berühmte Taj Mahal, das herausragenden Exemplar muslimischer Baukunst, in der Dämmerung zu bewundern.

Neben wichtigen historischen Plätzen stand dieses Mal auch eine Tiger-Safari im Nationalpark Rantambhore auf dem Programm. Den Gestreiften Tiger haben wir zwar nicht gesehen, aber viele andere wilde Tiere ließen sich von unserer Anwesenheit nicht stören. Während der 11 stündigen Busfahrt wurde der Bus in eine Karaoke-Bar verwandelt und von Nationalhymnen über Karnevalslieder bis zur Liebeslyrik in Punjabi Vieles zum Besten gegeben.

Bildergalerie

Indienaustausch 2017

Den zweiten Teil der Rundreise verbrachten wir gemeinsam mit einer Schülergruppe aus Krefeld. Diesmal ging es in die nördlichen Bundesstaaten Indiens. Abgesehen von der malerischen Lage Shimlas auf 1700m Höhe am Fuße des Himalajas waren dort vor allem die religiösen Stätten der Hindus und Sikh für uns von Interesse.

Die abendliche Aarti in Rishikesh, ein religiöses Ritual mit Musik und Lichtern am Ganges, blieb uns aufgrund der einzigartigen Atmosphäre in Erinnerung. Bei den Besuchen der Gurdwaras, den Tempeln der Sikh, lernten wir die selbstverständliche Gastfreundschaft der Sikhs in Form einer kostenfreien Speisung kennen, die traditionell auf dem Boden in Blechschalen eingenommen wird.

Widersprüchliche Lebenserfahrungen

Indien selbst zeigte sich wieder einmal von seiner widersprüchlichen Seite, wie das oben genannte Rajvinder Singh Zitat schon vermuten lässt. Neben klimatisierten Einkaufszentren, in denen westliche Produkte zu teilweise höheren Preisen als in Deutschland angeboten werden, wurden wir von Obdachlosen um ein paar Rupien angebettelt. Allerdings meinten wir aufgrund von Luxuskarossen im Straßenbild, dem Bauboom und gestiegenen Preisen insgesamt einen Anstieg des Wohlstandes in der Gesellschaft erkennen zu können.

Außergewöhnliche Schulerfahrungen

Der Empfang an unserer Gastschule, der Gura Harkrishan Public School in Delhi, war gewohnt herzlich und unseren Gastgebern war es sehr daran gelegen, dass es uns an nichts fehlt. So erhielten wir verschiedene Einblicke in die indische Kultur, lernten Mandalas malen, Turban binden, kalt kochen und vieles mehr.

Im Kontakt mit den Indern konnten wir die unter anderem durch die Globalisierung bedingten Gemeinsamkeiten unserer Kulturen zu entdecken und gleichzeitig Unterschiede feststellen. So ist Hollywood zwar hinreichend bekannt, aber die Bollywood-Produktionen sind die eigentlichen Stars der Filmwelt.

Abschiedserfahrungen

Der tränenreiche Abschied war verbunden mit ersten Bestrebungen den Gegenbesuch der Inder in 2018 zu realisieren. Wir würden uns jedenfalls freuen, unsere neuen Freunde im nächsten Frühjahr bei uns in Solingen zu begrüßen.

Danksagung

In besonderem Maße möchten wir uns bei der Walbusch-Jugendstiftung und dem Bund Alter Schüler des Gymnasiums Schwertstraße bedanken, ohne deren großzügige finanzielle Unterstützung der Austausch in diesem Jahr nicht möglich gewesen wäre. DANKE!

Artikel: Herr Rahn und Herr Mayr