Kunst-LK vor Wandbild

Kunst-LK verabschiedet sich mit Wandbild

Der Kunst-Leistungskurs der Jahrgangsstufe Q2 hat sich mit einem überlebensgroßen Wandbild aus der aktiven Unterrichtszeit verabschiedet. Bis zum letzten Schultag - oben ein Bild aus der Mottwoche (!) - hat der Kurs über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren zusätzlich zum regulären Unterrichtsprogramm daran gearbeitet und somit den bis dahin eher nüchtern wirkenden Unterrichtsraum in einen richtigen Kunstraum verwandelt.

Am Anfang standen vor allem die enttäuschten Gesichter der sieben August-Dicke-Schüler, welche den Kooperationskurs gemeinsam mit den Schwertsträßlern belegt hatten. Beim Kennenlernen in der ersten Kursstunde schilderten sie den Mitschülern, dass an ihrer Schule die Kunsträume viel schöner aussehen würden. Sie seien heller, nicht so karg und mit alten Holztischen "irgendwie künstlerischer".

Es fällt nicht schwer das zu glauben. Alle vier Kunsträume des GSS liegen im Tiefparterre und gehören vermutlich zu dunkelsten Unterrichtsräumen der ganzen Schule und das, obwohl man doch gerade im visuellen Fach Kunst vor allem eines benötigt: Licht. Dass der Kunstraum 1 darüber hinaus ziemlich ungestaltet und karg anmutete, lag wohl daran, dass er als Kunstraum wegen seiner geringeren Größe nur in Ausnahmefällen genutzt wurde und auch als allgemeiner Kursraum für andere Fächer diente.

Lehrerraumprinzip und künstlerische Ausgestaltung

Dies änderte sich ab dem im Schuljahr 2017/18. Unterstützt von den Raumplanern Frau Hankammer und Herr Petschnig schufen die vier Lehrenden des Faches Kunst die organisatorischen Voraussetzungen für das Lehrerraumprinzip im Fach Kunst. So wurde es möglich, dass jeder Kunstlehrer seinen gesamten Unterricht in nur einem Raum erteilt, welchen er dann nach seinen eigenen didaktischen Vorstellungen, z.B. im Hinblick auf die Sitz- und Tischordnung, aber natürlich auch in Bezug das äußere Erscheinungsbild frei gestalten kann.

Der Leistungskurs nutzte diese Chance der Raumgestaltung in vielfacher Hinsicht. So wurde nicht nur ein überlebensgroßes Wandbild geschaffen, sondern auch an allen vier Wändern Dutzende andere Bilder aufgehängt, z.B. Schülerarbeiten, Reproduktionen bekannter Kunstwerke und Exemplare des Kunstkalenders aus verschiedenen Jahrgängen. Darüber hinaus wurden Gruppentische für kooperative Arbeitsformen eingerichtet.

Das Wandbild - ein Nebenprodukt

Das Wandbild entstand gewissermaßen als Nebenprodukt. Da die Vorgaben des Zentralabiturs eine derartige Gestaltungsaufgabe nicht vorsehen und die Vorbereitung auf das Abitur Priorität haben musste, konnte das Wandbild nur "nebenbei" enstehen. Die Schülerinnen und Schüler teilten sich die Zeit eigenverantwortlich ein und nutzen dafür z.B. Trocknungsphasen während malerischer Arbeiten oder einzelne Stunden, in denen die kreative Arbeit an der Hauptaufgabe mal stockte. Es war sehr schön zu erleben, dass sich jede(r) für das Gesamtbild gleichermaßen verantwortlich fühlte und der Lehrer die Organisation der Arbeit fast vollständig dem Kurs selbst überlassen konnte.

Bildergalerie

Die Motividee für das Wandbild, ein typischer Schulmalkasten, in dessen Deckel Ausschnitte berühmter Kunstwerke zu sehen sind, wurde von den Schülerinnen und Schülern vollständig alleine entwickelt, und auch die Auswahl der Kunstwerke wurde von ihnen selbst getroffen.

Ganz unbeabsichtigt ist aus dem Wandbild ein kleines Kunstquiz geworden. Alle anderen Klassen und Kurse dürfen nun erraten, welcher Künstlername zu welchem Bild gehört. Dies ist für die Kunstinteressierten natürlich ein Kinderspiel, für alle anderen aber vermutlich doch eine Herausforderung.

Wie wirken sich die Sanierungsarbeiten im Altbau aus?

Aufgrund der anstehenden Sanierungsarbeiten im Altbau kann das Lehrerraumprinzip in den kommenenden Schuljahren nicht aufrecht erhalten werden. Kunstraum 1 wird vermutlich ein ganz normaler Kurs- oder Klassenraum werden, in dem dann viele Schülerinnen und Schüler auch außerhalb des Faches Kunst hoffentlich gerne Unterricht haben werden.

Schließlich bleibt zu hoffen, dass bei der Sanierung und baulichen Neukonzeption des Altbau die Anforderungen des Fachen Kunst stärker berücksichtigt werden können. Um Schule als einen Lebensraum zu verwirklichen, in dem es nicht nur um die Erbringung von Leistungen im Hinblick auf zentral vorgegebene Lernstandards geht, sondern auch um Kreativität, den Ausdruck von persönlichen Bedürfnissen und Gefühlen sowie die Aktivierung aller Sinne benötigen wir eine attraktive kulturelle Bildung. Diese fängt mit einem schlüssigen Raumkonzept an und mündet im Idealfall in großartigen kreativen Eigenleistungen der Schülerinnen und Schüler.

Artikel: Herr Müller