Tage religiöser Orientierung – einmal anders.

Der Relikurs 13 / Bornefeld in Istanbul.

HotelUnsere Unterkunft auf dem Hügel Pierre Loti

Die 7 Jungen des Grundkurses Katholische Religionslehre der Jahrgangsstufe 13 erlebten über die Karnevalstage des Jahres 2010 – damals noch in der Jgstf. 12 - eindrucksvolle Tage religiöser Orientierung in Rom. Nach der Erfahrung dieser Tage kam, zunächst noch als fixe Idee, der Vorschlag auf, die Karnevalstage 2011 doch ebenso produktiv in Ostrom, also Konstantinopel, also Istanbul zu verbringen. Was kaum jemand für möglich hielt, ist tatsächlich gelungen: Vom 2. – 07.03. erlebten wir Tage religiöser Orientierung einmal anders, nämlich in einer der Hauptstädte des Islam.

Gut vorbereitet machten wir uns auf die Suche nach den Spuren des Christentums in der brodelnden aber eiskalten Metropole am Bosporus. Wir begannen jeden Morgen mit einer Andacht um 8.00 Uhr in einer kleinen Nische der Lobby unseres Hotels auf dem Hügel Pierre Loti in Eyüp. So eingestimmt wurde das gemeinsame Frühstück im verglasten Dachgarten unseres Hotels mit grandiosem Blick über das Goldene Horn und die Stadt Istanbul zum zweiten Highlight des Tages.

Hagia SophiaDas fotografische MUSS vor der Hagia Sophia

Unsere sorgfältig vorbereiteten weiteren Termine führten uns natürlich schon am ersten Tag in die Hagia Sophia, die fast 1000 Jahre lang das größte christliche Gotteshaus der Welt war, bevor sie 1453 nach der Eroberung der Stadt durch die Osmanen in eine Moschee umgewandelt wurde. Heute ist sie ein sakral anmutendes Museum. In ihm strahlen mittelalterliche christliche Mosaiken unmittelbar neben riesigen Spruchtafeln, die in kalligraphischer Meisterschaft die Namen Gottes, Mohammeds und der ersten Kalifen verkünden. Ein Besuch im Oekumenischen Patriarchat von Konstantinopel mit der Kathedrale des Heiligen Georg als Zentrum gehörte ebenso zu unserer Spurensuche wie die Begegnung in und mit der armenischen Gemeinde in Kuzguncuk auf der asiatischen Seite der Stadt. Die kleine Kirche liegt Wand an Wand zu einer Moschee, mit deren Imam wir zu einem beeindruckenden Gespräch zusammenkamen. Der anschließende freundschaftliche Händedruck zwischen dem Imam und dem Vertreter der armenischen Gemeinde wurde für uns mehr als eine symbolische Geste.

GeorgskathedraleBesuch des Oekumenischen Patriarchats und
der Georgskathedrale

Wir suchten die drei katholischen Kirchen auf, die zum Teil versteckt an der Hauptgeschäftsstraße Istiklal Caddesi liegen. Überall fühlten wir uns zu Hause. Wir hatten im Vorfeld der Reise Kontakt mit der deutschen katholischen Gemeinde St. Paul auf der Galata-Seite des Goldenen Horns aufgenommen. Wir hatten Gebete und Fürbitten vorbereitet und gestalteten so am Sonntagmorgen im voll besetzten Gemeinderaum den Gottesdienst mit allen Anwesenden mit. Anschließend trafen wir uns mit dem Pfarrgemeinderat und allen Gottesdienstbesuchern zu einem Gespräch bei Cai und Gebäck. Es war eine tiefe Erfahrung, inmitten des 17-Millionen- Molochs Istanbul, wo uns schon um 5 Uhr morgens die Muezzin-Rufe von unzähligen Minaretten weckten, die Solidarität der Weltkirche im kleinsten Kreis zu erfahren und zu spüren.

Wir führten anregende Gespräche in der supermodern ausgestatten Schule "Fatih Koleji" mit Schülern und Lehrern und trafen uns zweimal mit türkischen Familien, die uns durch die Vermittlung türkischer Freunde vom Spektrum Verein in Solingen zum Abendessen eingeladen hatten. Diese beiden Abende wurden zu den eindrucksvollsten Erfahrungen unserer Reise. Herzliche Gastfreundschaft, wundervolles Essen und unglaublich intensive Gespräche bleiben uns von diesen Begegnungen in Erinnerung. Niemand von uns wird die 110-jährige Uroma der Familie vergessen, die uns beim Abschied in herzlicher Zuwendung zu drücken und zu umarmen versuchte.

Fatih KolejiHerzliche Gastfreundschaft im Fatih Koleji

Wir sind dem Religiösen und besonders auch dem Katholischen in Istanbul auf die Spur gekommen. Wir sind uns unseres eigenen Glaubens bewusster geworden. Aber natürlich ließen wir uns auch von der erhabenen Würde der großen Moscheen, von der patinierten Pracht der antiken Überreste und vom wuseligen Gewimmel der Basare fesseln.

Wir haben eine religiöse Orientierungsfahrt erlebt, die es in sich hatte. Unendlich dankbar sind wir unserer Schule und ihren Fördervereinen, dem Erzbistum Köln und dem Spektrum-Verein Solingen, aber auch unseren Eltern, die durch ihre logistische, ideelle und vor allem auch materielle Hilfe dieses phantastische Erlebnis möglich gemacht haben. Unseren türkischen Freund und Begleiter Selman haben wir besonders ins Herz geschlossen.

Teşekkür ederim.

Artikel und Fotos: Herr Bornefeld

 

Morgentliche religiöse Einstimmung Frühstück hoch über dem Goldenen Horn Geburtsort des christlichen Glaubensbekenntnisses - Hagia Irene hinter der Hagia Sophia Grandiose christlich-muslimische Symbiose - die Hagia Sophia Das unvermeidliche Fischbrötchen an der Galatabrücke Besuch im ultramodernen Fatih Koleji Kostprobe orientalischer Musik auf westlichem Instrument Empfang durch die Schulleitung Aussichtsplattform im Topkapi Palast1001 Nacht - Sultan Ahmet Moschee Vor der staatlichen UniversitätIm offenen Basar Die erste Bosporusbrücke von der asiatischen SeiteIm Gespräch mit dem Imam der Moschee in Kuzguncuk Der Galataturm Schaukelnde Fischbratereien an der Galatabrücke Bosporusfahrt vorbei an der berühmten Moschee von Ortaköy Eisiger Wind vom Schwarzen Meer während der Bosporusfahrt Hl. Messe in der katholischen deutschen Gemeinde St Paul Moloch Istanbul
Versteckt an der Istiklal - Katholische Marienkirche Ganz schön kalt vor der Yeni Cami Kuzguncuk, Moschee und Kirche Wand an Wand