Schwertstraße-Schüler auf diplomatischer Mission in Genf

Model United NationsAcht Schülerinnen und Schüler der Debating Society unserer Schule haben vom 8. bis 12. Januar an einer vom französischen Lycée International de Ferney-Voltaire organisierten und von der "International Telecommunication Union" der Vereinten Nationen ausgerichteten Model United Nations Konferenz in Genf zum Thema "ICTs as the way forward in development, peace and prosperity" teilgenommen.

Auf der Konferenz schlüpften die Schwertstraßen-Schüler und knapp 350 weitere Schülerinnen und Schüler aus Frankreich und Großbritannien mehrere Tage in die Rolle von UN-Diplomaten und debattierten in verschiedenen UN-Ausschüssen über globale Chancen und Probleme der Informationstechnologien. Neben diesem Überthema wurden jedoch weitere aktuelle und für die internationale Politik relevante Themen diskutiert.

Die Schwertstraßen-Schüler vertraten auf der Konferenz als einzige Vertreter einer deutschen Schule die Positionen und Interessen Tunesiens. Sie debattierten dabei in ihrem jeweiligen UN-Ausschuss in englischer und zum Teil auch französischer Sprache und präsentierten und verteidigten die zuvor von ihnen im Rahmen der Debating Society erstellten Resolutionsvorschläge mit großem Engagement. Ein Übersetzerteam aus Schülern des Lycée International half dabei französische Reden simultan ins Englische zu übersetzen.

Hochrangige DiplomatenHochrangige Diplomaten richten das Wort an die Schüler

Die Schülerinnen und Schüler wurden zu Konferenzbeginn von Vertretern aus der internationalen Diplomatie empfangen. Dabei richteten unter anderem der Generaldirektor der UN in Genf Kassym-Jomart Tokayev, der Generalsekretär der ITU Dr. Hamadoun Touré, der schweizer UN-Botschafter Alexandre Fasel und die UN-Botschafterin Costa Ricas Syvlia Poll das Wort an die Schülerinnen und Schüler. Anschließend begannen die Schülerinnen und Schüler mit den Debatten in ihren jeweiligen Ausschüssen.

Unsere Schüler zeigten sich positiv überrascht über die Präsenz solch hochrangiger Diplomaten. "Die Tatsache, dass sich der Generaldirektor der UN die Zeit genommen hat, eine Rede für uns zu halten, gibt der Konferenz noch mehr Bedeutung und motiviert mich", erklärt Tobias Fischer.

Unsere Schüler und ihre "committees"

Jan Porstmann, Sabrina Dorp, Lara Möllney, Norina Millard und Laura WallaceIn den Ausschüssen konnten unsere Schüler die zuvor von ihnen erarbeiteten Resolutionsvorschläge einbringen, Unterstützer finden, sich gegen Kritiker argumentativ zur Wehr setzen und Kompromisse ausarbeiten.

Jan Porstmann debattierte dabei im Ausschuss für Abrüstung und internationale Sicherheit über die Möglichkeiten der Bekämpfung von Cyber-Terrorismus und das Problem sogenannter "ghost prisoners".

Lara Möllney diskutierte im Landwirtschaftsausschuss über die Frage, ob "e-agriculture" eine Möglichkeit zur Bewältigung der weltweiten Nahrungsmittelversorgung darstellen könnte und beschäftigte sich zudem mit den Vor- und Nachteilen von Bewässerungskanälen und Dämmen in wasserarmen Regionen.

Norina Millard und Laura WallaceSabrina Dorp versuchte im Umweltausschuss zusammen mit den anderen Delegierten eine Lösung für das wachsende Problem des "e-waste"/Elektroschrotts zu finden und debattierte über mögliche Regulierungsansätze zur Reduzierung der durch Datenspeicherung ausgelösten Umweltverschmutzung.

Im "Special Political and Decolonization Committee" beschäftigte sich Norina Millard mit der Frage, wie die Telekommunikationsinfrastruktur in politisch instabilen Ländern geschützt werden könnte, und diskutierte über die Legitimität gezielter Tötungen durch Regierungen.

Laura Wallace vertrat im Menschenrechtsausschuss Tunesiens Position zur Frage, ob das Recht auf einen Internetanschluss ein Menschenrecht darstellt und, ob es internationale Abkommen zur Regulierung sozialer Netzwerke geben sollte.

Tobias FischerTobias Fischer setzte sich im Wirtschafts- und Sozialausschuss mit der Frage auseinander, ob durch die Entwicklung von Online-Bildungsangeboten der weltweite Zugang zu Bildung gefördert werden könnte und wie durch bessere Telekommunikationssysteme die wirtschaftliche Entwicklung gefördert werden kann.

Dominik Voicu diskutierte in der "Special Conference on ICTs" wie Telekommunikationssysteme genutzt werden könnten, um die Rechte, Bildungsmöglichkeiten und Arbeitsmarktchancen von Mädchen und Frauen zu verbessern.

Rhea Winand beschäftigte sich im Ausschuss für Nachhaltige Entwicklung wie gegen die wachsende Zahl bedrohter Tierarten vorgegangen werden kann und diskutierte das Problem von "cash crops" in wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern.

Simulation der UN-VollversammlungDie von den Jugendlichen erstellten Resolutionen werden sowohl der ITU als auch der UN in Genf vorgelegt. "Mich hat es während der Konferenz sehr motiviert zu wissen, dass die von uns in harter Arbeit erstellten Resolutionen nicht einfach verschwinden, sondern dem Generalsekretär der ITU und dem Generaldirektor der UN in Genf vorgelegt werden. Es zeigt mir, dass wir jungen Menschen eine Stimme haben, wenn wir diese nutzen", resümiert Lara Möllney.

Weitere "debating events" bereits geplant

Im März werden die Schülerinnen und Schüler der Debating Society mit anderen Jugendlichen aus Großbritannien und Deutschland auf einer Model UN Konferenz an der britischen Windsor School in Rheindahlen teilnehmen. Zuletzt nahmen unsere "debater" im September an einer "Model Houses of Parliament" Veranstaltung an der britischen Windsor School teil auf der die Debatten im britischen Unterhaus simuliert wurden.

Nach der erfolgreichen Teilnahme der Debating Society an der Model UN Konferenz in Alkmaar, den Niederlanden im vergangenen Jahr ist auch für dieses Jahr eine Teilnahme im Juni geplant. An der Konferenz in Alkmaar werden, wie bereits letztes Jahr, Jugendliche aus den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Polen, Norwegen, Österreich, der Türkei und Deutschland teilnehmen.

Weitere Informationen, Fotos und Videos über die Teilnahme der Debating Society an der Model UN Konferenz in Genf gibt es hier:

> Konferenzwebsite

> Youtube Channel der International Telecommunication Union (ITU) 

Artikel: Herr Höhn