Rede des Oberbürgermeisters

Schule nachhaltig prägen

Was ist passiert?

Am 19.03.2021 gab es in ganz Deutschland einen von "Fridays For Future" organisierten Großstreik. Wie so vieles im Moment musste auch dieser digital stattfinden, wie zum Beispiel in Solingen mit einem Livestream anstelle einer Demonstration. Der Livestream fand zwar, wie auch die Demonstrationen normalerweise, während der Schulzeit statt, jede*r der/die mitmachen beziehungsweise zuschauen wollte, hatte jedoch die Erlaubnis dazu und wurde für die Veranstaltung vom Unterricht freigestellt.

Es wurden während des Streams viele interessante Themen rund um den Klimawandel besprochen. Zum Beispiel ging es darum, was Solingen bereits jetzt gegen den Klimawandel unternimmt, wo noch Luft nach oben ist und wie wir die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen.

Es wurden zahlreiche Interviews zu den verschiedenen Themen geführt, um die Themen möglichst vielseitig zu beleuchten und für jeden verständlich und interessant zu präsentieren. Unter anderem wurde Tim Kurzbach, unser Oberbürgermeister, zu Solinger Maßnahmen und Plänen befragt.

Neben den inhaltlichen Punkten gab es zwei musikalische Beiträge, von denen fast jeder nachher einen Ohrwurm hatte. Wenn ihr euch die Songs nochmal anhören wollte oder den ganzen Stream verpasst habt, könnt ihr ihn euch immer noch bei YouTube angucken. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Doch der Stream war nicht alles. Wir von der Schwertstraße haben uns zusammengetan und noch eine Nachbesprechung organisiert, um eventuelle Fragen zu klären, in den Austausch zu kommen und vor allem, um neue Ideen zu sammeln, wie wir etwas verändern können.

Was haben wir erarbeitet?

Mindmap
Mindmap zur Schule als Akteur im Klimaschutz

In den gebildeten Kleingruppen kamen sehr interessante Diskussionen mit tollen Ergebnissen und Ideen zustande. Damit diese nicht umsonst erarbeitet wurden, haben wir alles in einer digitalen Mind-Map gesammelt. Thematisch ging es vor allem um die Schule als Akteurin im Klimaschutz, aber auch darum, welche Verantwortung die Politik hat und wo sie handeln kann bzw. sogar handeln soll.

Die Schule wurde vor allem in der Rolle gesehen, einen Aufklärungsauftrag zu erfüllen. Wir haben bereits vorhandene Ansätze weitergesponnen und uns Neues überlegt. Ein Vorschlag war, (mehr) verpflichtende Projekttage zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stattfinden zu lassen, um sicherzustellen, dass jede*r mit dem Thema Klimawandel in Berührung kommt. Für die jüngeren Schüler*innen könnten wir uns Wettbewerbe vorstellen, die die Motivation schüren, sich näher mit der Problematik zu befassen. Eine weitere Idee war, von der Garten- oder Umwelt-AG angebautes Essen in der Cafeteria zu verkaufen, um aufwendige Verarbeitungsprozesse und lange Transportwege zu verhindern. Sehr einig waren wir uns bei der Frage, ob man für Klassenfahrten zukünftig auf den "Klimakiller" Flugzeug setzen sollte: Dies finden wir unnötig und empfehlen es nicht!

Uns wurde auch bewusst, dass wir als Schüler*innen nur begrenzte Möglichkeiten zum Klima schützen haben, die sich vor allem auf unser Konsumverhalten beschränken. Wichtig ist auch, dass die Politik endlich handelt. Konkrete Vorschläge, die wir uns für Solingen vorstellen konnten, sind die Unterstützung von nachhaltigen Projekten und Unternehmen, mehr Fahrradwege und ein attraktiverer ÖPNV – also Bus, Bahn und alle anderen öffentlichen Nahverkehrsmittel. Außerdem fänden wir es cool, wenn es öffentliche Informationsveranstaltungen gäbe, zum Beispiel über nachhaltige Energiequellen. Wichtig ist unserer Meinung nach zudem, dass wir uns andere Länder, in denen Klimaschutz gut läuft, als Beispiel nehmen: hier ist Spicken tatsächlich erwünscht!

Insgesamt haben wir an diesem Tag sehr produktiv gearbeitet, sodass jede*r am Ende neue Ideen und Perspektiven mitnehmen konnte!

Wie geht es weiter?

Schade wäre nun, wenn unsere Bemühungen und Ausarbeitungen im Sande verlaufen würden. Deswegen – und auch weil wir motiviert sind – wollen wir weitermachen!

Zwei Stunden Arbeit an Ideen für Politik, Gesellschaft und Schule gilt es nun zu präsentieren und, soweit dies in unserer begrenzten Macht liegt, umzusetzen. So sollen unsere vielfältigen Ansätze beispielsweise in der SV vorgestellt, im Schulgebäude zur Schau gestellt – insbesondere dann, wenn wieder regulärer Schulbetrieb herrscht – und immer wieder aktualisiert sowie konkretisiert werden.

Dazu werden wir als Teilnehmende am FFF Livestream weiter in Kontakt bleiben und zusätzlich im Austausch mit der FridaysForFuture-Ortsgruppe stehen. Das gilt auch für die zahlreichen Q2-Schüler*innen, die unsere Schule aktuell verlassen.

Selbstverständlich sind wir aber kein exklusiver, elitärer Zirkel, sondern eine offene Runde, in der alle willkommen sind: Wir freuen uns auf jede Person, die ihre eigenen Ideen einbringen möchte, die Vorschläge hat, wie wir unsere Schule nachhaltiger gestalten können. Dazu könnt ihr euch gerne an Herrn Jurack wenden.

Denn Gestalten, das ist der Kern unseres Anliegens.

Warum aber sind unsere Erarbeitungen auch für dich wichtig?

Egal, ob du als Leserin oder Leser unseres Artikels bereits Berührungspunkte mit den Themen "Klimaschutz" und "Fridays For Future" besitzt, die Herausforderung des Klimawandels wirst auch du in naher Zukunft erleben.

Umso wichtiger ist es also, jetzt schon richtig und vorausdenkend zu denken und zu handeln, denn du bist mit verantwortlich dafür, wie sich unsere Erde in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird. Als Mitbewohner*in unseres Planeten hast du die Pflicht und Aufgabe unseren Lebensraum aktiv mitzugestalten und zu bewahren, denn: Generationen über Generation sollen auf ihm die gleichen Privilegien und Schätze erhalten, an denen wir uns einst erfreuten und immer noch erfreuen.

Klimaschutz bedeutet nicht gleich Verzicht. Er ist vielmehr ein Weg, der uns dazu einlädt, neu zu denken, uns anders zu orientieren. Natürlich werden uns Steigungen, Hindernisse und unerwartete Wendungen bevorstehen, doch am Ende dieses Weges liegt ein Ziel, welches wir nur durch gemeinsame Anstrengungen erreichen können: Das Ziel der Klimaneutralität und das Genesen unseres Planeten.

Wie du siehst, werden das Thema Kilmaschutz und die Herausforderung des Klimawandels nicht spurlos an dir vorbei gehen. Genau deswegen zählen wir auf deine Unterstützung und Hilfsbereitschaft. Je schneller und je mehr Personen sich aktiv miteinbringen, desto erfolgreicher können wir gemeinsam die Folgen des Klimawandels eindämmen.

Also, worauf wartest du? Erschaffe heute mit uns die Welt von morgen!

Artikel: Karsten Römling, Julius Deuper, Anna Steden, Maike Waerder