Auslandspraktikum in Litauen
Zwei Wochen Praktikum in Litauen: Neue Kultur, ein anderer Schulalltag und viele ungewohnte Eindrücke. Sina Hennig aus der Klasse 10a berichtet von ihrem Aufenthalt in Vilnius, spannenden Erfahrungen im Unterricht, litauischem Essen und besonderen Momenten mit ihrer Gastfamilie.
Ein neues Land, ein neuer Alltag, neue Menschen und eine fremde Sprache. Mein Praktikum in Litauen hat mir gezeigt, wie viel Spaß es macht, Neues zu entdecken und über sich hinauszuwachsen. Mir wurde eine Erfahrung ermöglicht, die mich noch lange prägen wird und aus der ich viel lernen konnte.
Praktikum an einer Schule in Vilnius
Ich war mit vier weiteren Schüler*innen der Klasse 10 vom 25.01.2026 bis zum 06.02.2026 zwei Wochen in Litauen und habe dort im Privatgymnasium Saulės privati gimnazija mein Berufspraktikum absolviert.
Besonders fielen mir die extremen und sehr abweichenden Temperaturen sowie die großen, breiten Straßen und Autobahnen auf. Außerdem begeisterte mich die Stadt durch ihre Vielfalt. Vilnius hat wunderschöne Wälder und Parks, aber auch Kirchen, Burgen, eine historische Altstadt sowie moderne Gebäude. Die Busse kamen sehr regelmäßig und pünktlich, was das einfache Fortbewegen ermöglichte.
Schulalltag und Unterricht
Die Schule war sehr klein, was eine persönliche Atmosphäre schuf. Die Klassenzimmer hatten digitale Tafeln und viele Schüler*innen arbeiteten mit mobilen Endgeräten. Besonders gefiel mir der Theater- und der Tanzunterricht. Im Tanzunterricht lernten die Schüler*innen eine Choreografie, die die Lehrerin Schritt für Schritt einführte. Im Theaterunterricht wurden Situationen vorgegeben, die ohne Worte dargestellt werden mussten, außerdem gab es viele aktive Übungen und Spiele. Ich mochte die zehn Minuten Pause nach jeder Stunde sehr. Dadurch wirkten die Stunden kürzer und entspannter. Man musste nicht nach draußen und konnte sich frei im Schulgebäude bewegen. Meine Mitpraktikant*innen und ich haben sogar selbst eine Englischstunde vorbereitet und gestaltet. Außerdem halfen wir im Deutschunterricht bei Aufgaben und hielten Präsentationen über unser Leben in Deutschland.
Unterschiede zum deutschen Schulsystem
Einige Unterschiede zum Gymnasium Schwertstraße sind mir besonders aufgefallen. Die Schüler*innen gehen nur zwölf Jahre bis zum Abschluss auf die weiterführende Schule. Sie haben drei Monate Sommerferien und jeweils eine Woche Herbst-, Winter- und Osterferien. Im Unterricht sprechen Schüler*innen oft ohne sich zu melden. Die Noten reichen von 10 bis 0. Außerdem gibt es eine Schuluniformpflicht – nur freitags dürfen die Schüler*innen ohne Uniform kommen.
Litauische Esskultur entdecken
Neben meiner Arbeit an der Schule habe ich auch viel über die litauische Esskultur gelernt. Häufig gegessen werden Gemüse wie Rote Beete, Kartoffeln und Kohl, Fleisch wie Hähnchen oder Hackfleisch sowie Brot. In meiner Gastfamilie gab es fast täglich Krautsalat als Beilage, und in vielen Gerichten wird Kümmel verwendet.
Am ersten Abend waren wir in einem litauischen Restaurant und ich probierte Cepelinai. Das sind Kartoffelklöße mit Hackfleischfüllung und einer Schmandsoße. Außerdem probierte ich das Getränk Kvass (auf Litauisch „Gira“), das aus fermentiertem Brot hergestellt wird. Der Geschmack war sehr ungewöhnlich und nicht ganz mein Fall. Typische Süßspeisen sind Šakotis, Sūrelis und Tingynis. Šakotis ähnelt dem deutschen Baumkuchen, ist aber härter und turmartig mit vielen Zacken. Sūrelis sind kleine Quarkriegel mit Schokolade oder Karamell. Tingynis erinnert an „Kalten Hund“, einen ungebackenen Kuchen aus dem Kühlschrank.
Besondere Erlebnisse in Litauen
Mir persönlich haben diese zwei Wochen sehr gut gefallen. Ich habe viel über den Lehrerberuf gelernt und konnte Unterricht aus zwei verschiedenen Kulturen vergleichen. Außerdem habe ich viel von Litauen gesehen: die Inselburg von Trakai Island Castle, die Altstadt, die Bibliothek von Vilnius, ein Kunstmuseum, einen eingefrorenen See und den Vilnius TV Tower. Dort konnte ich sogar den Sonnenuntergang von oben beobachten. Ich bin Schlitten gefahren, auf einem gefrorenen See spazieren gegangen und habe gesehen, wie Menschen bei −25°C in einem Eisloch baden gingen.
Eine Erfahrung, die bleibt
Außerdem entstand eine enge Verbindung zu meiner Gastfamilie, die mich sehr herzlich aufgenommen hat und mir einen Einblick in ihren Alltag und ihre Kultur ermöglichte. Diese Erfahrung ist unvergleichlich und ich würde ein solches Auslandspraktikum jederzeit wieder machen.
Artikel: Sina Hennig, Klasse 10a
